Beatrix Freibert ist erfolgreiche Gründerin und Mutter. Aus ihrer Herausforderungen als Mutter hat sie ein Geschäftsmodell entwickelt, das Eltern bei der Versorgung ihrer „Küken“ unterstützt.

Mehr Zeit für die Kleinen dank dem Babyabo von KükenKistchen

Beatrix Freibert ist erfolgreiche Gründerin und Mutter. Sie hat ihre Herausforderungen in ein Geschäftsmodell verwandelt, das Eltern bei der Versorgung ihrer „Küken“ unterstützt. Ob Kleidung, Nahrung oder Windeln, für alles gibt es das passende Paket mit der richtigen Größe und Menge. Liebevoll ausgewählt und nachhaltig verpackt sind die Produkte der KükenKistchen. Dabei können die Eltern stets selbst wählen, was ihnen am besten gefällt. Die Gründerin selbst sagt: „Babys brauchen Liebe und Liebe braucht Zeit. Durch unsere KükenKistchen habt ihr mehr Zeit für eure Liebsten.“ Wie sie das alles aufgebaut hat und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert wurde lest ihr hier:

Was hat Sie dazu inspiriert, Ihr Unternehmen zu gründen?

Als wir unsere erste Tochter erwarteten, haben wir gemerkt, dass wir uns auf einmal mit tausend Dingen befassen mussten, von denen wir zuvor noch nie etwas gehört hatten. Und obwohl ich es liebe mich mit Textilien zu beschäftigen, hatte ich zum Beispiel keine Ahnung, was ein Wickelbody ist, oder dass es viel praktischer ist einem kleinen Baby einen Strampler anzuziehen als Shirt und Hose. Dinge, die ich gebraucht gekauft hatte, hatten eine schlechte Qualität. Häufig habe ich das erst beim Anziehen gemerkt.

Am Ende hatten wir viel zu viele und auch teilweise unpraktische Sachen. Vieles wurde selten oder gar nicht angezogen. Das hat mich in finanzieller und ökologischer Hinsicht geärgert. Vor Ort in den Geschäften bei uns gibt es meist nur eine kleine Auswahl und im Internet etwas auszusuchen, war für mich schwierig– einfach weil ich keine Erfahrung und Übersicht über die Marken hatte. Auf einer Fahrt von Frankreich nach Hause, nachdem wir für unsere Tochter wunderschöne Sachen gefunden hatten, kam mir dann die Idee für unser Unternehmen: Es wäre doch eine super Hilfe und echte Unterstützung für junge Eltern die Planung der Kinderkleidung zu übernehmen. Und weil Babys nun einmal unheimlich schnell wachsen, macht ein Abo wirklich Sinn!

Wie funktioniert KükenKistchen und was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

Bei KükenKistchen gibt es Babykleidung, Nahrung und Windeln in unterschiedlichen und individuell kombinierbaren Abos. Das Kistchen, das jeden Monat in den Haushalt mit dem kleinen Küken flattert, ist das Herzstück der Idee. Für etwa die ersten anderthalb Jahre, d.h. die Kleidergrößen 56 – 86, planen wir, welche Kleidungsstücke in welcher Menge für das Baby im jeweiligen Alter wirklich sinnvoll sind. Dabei kann zwischen drei Preis-Varianten und drei Laufzeiten gewählt werden. Die einzelnen Kleidungsstücke sucht sich jeder selbst aus. Es muss schließlich gefallen. Windeln und Nahrung haben keine Laufzeit und können jederzeit gekündigt werden. Ganz bewusst haben wir bei der Kleidung sehr gute und nachhaltige Qualität – viele unserer Marken tragen das GOTS-Siegel – mit einer sinnvollen und praktischen Auswahl kombiniert. Damit ermöglichen wir den Eltern, neue Kleidung für ihre Kinder auszusuchen und gleichzeitig nachhaltig zu handeln. Das GOTS-Siegel tragen auch schon Stücke in der günstigsten Variante – das freut mich persönlich besonders! In die Zusammenstellung der einzelnen Kistchen haben wir viel Erfahrung fließen lassen. Wir schenken den Eltern kleine ‘KlüksMomente’ und bieten echte Unterstützung im BabyAlltag. Da alle Babys einzigartig sind, senden wir bei Bedarf sogar vereinzelt Kleindungsteil umsonst hinterher (sollte einmal die Menge nicht ausreichend sein).

Wie wichtig waren die richtigen Kontakte und ein großes Netzwerk für Ihren Start?

Von Beginn der Planung an habe ich mich mit vielen Akteuren der Unternehmensgründung und Wirtschaftsförderung in der Region getroffen. Überall habe ich wertvollen Input bekommen und viel Interesse und Unterstützung erfahren. Über die Agentur ‘Provinzglück’ habe ich den Hinweis auf die Start-Up-Förderung durch das RKW und die Förderung der Existenzgründung durch das LEADER-Programm erhalten – insbesondere bei letzterem wurde ich hervorragend beraten. Wir erhielten erfreulicherweise eine Förderung über die ersten drei Geschäftsjahre. Auch mit der IT-Agentur ‘kisys’ haben wir einen richtigen Glücksgriff gelandet: Unser Programmierer Sebastian Leis ist das Projekt mit viel Herzblut und Engagement bei der Sache. Nicht zuletzt glaubt auch die Volksbank Mittelhessen an unsere Idee – ein riesiges Dankeschön möchte ich hier Frau Junk und Herrn Strieder aussprechen. Mit den zahlreichen Kontakten und dem vielseitigen Input unserer Partner aus unterschiedlichen Perspektiven konnte unsere Idee immer weiter reifen.

Welchen Ratschlag würden Sie Gründungsinteressierten mit auf den Weg geben?

Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit sind in meinen Augen die wichtigsten Faktoren, um ans Ziel zu kommen. Gerade wir Frauen neigen dazu Rückschläge persönlich zu nehmen und uns entmutigen zu lassen. Ich ermuntere jede Gründerin standhaft zu bleiben und an ihre Vision zu glauben. Am Ende noch ein kleiner Tipp für junge Familien: Wenn es an Betreuung für das Kind fehlt, dann nehmt es doch im Zweifel einfach mit zum Termin mit dem Finanzberater oder der Finanzberaterin. Auch das funktioniert!

Autor: Benjamin Stuchly / blog.mittelhessen.eu